Im Rahmen eines Weiterildungsurlaubs habe ich im Herbst 2018 ein Laienensemble gesucht, um gemeinsam ein Stück zu erarbeiten. Mit dem Theater Cooltour in Hausen am Albis ist während acht Wochen, mehrheitlich aus geführten Improvisationen heraus, das Dialektstück «Das Gerücht» entstanden, ein Schauspiel, in dem jeder seine eigene Rolle entwickeln konnte. Pandemiebedingt konnte es erst ein Jahr später aufgeführt werden.

Eine Geschichte von Wildtieren in Stadtgebieten, eine schwatzhafte Coiffeuse, ein Radiosender, der eine Story sucht – Schon macht das Gerücht die Runde, dass sich die Stadtfüchse explosiv vermehren und zu einer akuten Bedrohung für die Bevölkerung werden. Die Medien greifen das Thema auf, die Behörden rufen eine Gesundheitspolizei ins Leben, Bürgerwehren machen die Stadt unsicher, und wer dieser Entwicklung kritisch gegenübersteht oder sich sogar auf die Seite der Tiere stellt, wird zum Feind erklärt. Was wie eine Kleinstadt-Komödie beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einer Groteske, die aktuelle und zeitlose Themen wie den Konflikt von Natur und Zivilisation, die Angst vor dem Fremden oder die Eigendynamik von urbanen Legenden und Fake News aufgreift.
In der hochdeutschen Version mit dem Titel «Sie kommen» habe ich einige Anpassungen vorgenommen: So ist unter anderem eine stumme Rolle, die für einen Schauspieler mit einer Sprechbehinderung konzipiert war, weggefallen, aus der schwatzhaften Coiffeuse ein Coiffeur geworden.
